Kunsthalle Bremen

Von Februar bis Mai 2017 nahmen die Schüler*innen des VK GyO an einem Projekt der Kunsthalle Bremen teil. 

Die SchülerInnen des Vorkurses in der gymnasialen Oberstufe (VK GyO) an der Wilhelm-Olbers-Schule kommen mitunter aus Syrien, Afghanistan, Bugarien, Albanien, Kosovo, Tschetschenien, Palästina, Griechenland. 

Während die in Europa sozialisierten Jugendlichen eine relativ routinierte Haltung und zumindest ein fragmentarisches Vorwissen erkennen ließen, wiesen die außereuropäisch sozialisierten Schülerinnen großflächige Wissenslücken auf. Sehr schnell wurde auch ihre Unkenntnis und Mangel an praktischen Erfahrung im Hinblick auf das Kunstverständnis und künstlerische Praxis deutlich. So bezogen sich beispielsweise die einzigen kunstrelevanten Erfahrungen meiner syrischen SchülerInnen auf das Oktober-Krieg-Panorama-Museum in Damaskus. Exemplarisch assoziierten einige dieser SchülerInnen bis dato Museen mit Kriegsgeschichte und entwickelten bereits in der Kindheit eine tiefe Abneigung gegen jene. 

In der Bremer Kunsthalle lernten die SchülerInnen, dass ein Museum sehr viel mehr bietet als Kriegskunst und Kriegsobjekte. So diskutierten sich engagiert über die Bedeutung von religiösen Bildern und stellten dabei den Gegenwartsbezug her. Von Max Beckmann lernten sie, dass Farbe ein kraftvolles Ausdrucksmittel sein kann. Vor dem Bildnis „Apachentanz“ stehend lernten die Jugendlichen, dass Bildnisse im historischen, kulturellen oder gesellschaftlichen Kontext betrachtet werden können und eine tiefere Bedeutung haben. Sie erkannten, dass künstlerische Werke dadurch an Spannung gewinnen. 

Im Atelier verarbeiteten die Schülerinnen den theoretischen Input und ihre Eindrücke durch die praktische Arbeit. Sie wurden zunehmend mutiger und kreativer in ihrer künstlerisch-gestalterischen Arbeit, tauschten Feedbacks aus und berieten sich gegenseitig.